Burgergemeinde Zermatt: Geschichte
 
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Geschichte

Unsere Geschichte

Die Geschichte der Burgergemeinde Zermatt beginnt am Vorweihnachtstag des Jahres 1618, als es den letzten Untertanen gelang, sich von den bischöflichen Lehensherren loszukaufen. Damals war Zermatt noch eine Streusiedlung, bestehend aus kleinen Weilern, „Viertel“ genannt.

Im Jahre 1621 erklärten die Bewohner der Viertel Hoffero (39 Familien), Wychelmattero (43 Familien) und Muttero (54 Familien) ihr Wohngebiet zur geschlossenen Ortschaft und gaben sich eine eigene Verfassung. 170 Jahre später entschlossen sich die Bewohner des Viertels Aroleytero (46 Familien) dem Bund ebenfalls beizutreten und es kam zur Gründung der Burgergemeinde Zermatt, der nun alle Bewohner der Talschaft angehörten.

Die Vertreter der Viertel erklärten Berge, Alpen und Weiden (Allmeien) sowie die Wälder samt den jagdbaren Tieren zum gemeinsamen, unverteilbaren Gemeingut, das jeder Anteilhaber nach dem bisherigen Gebrauche und Ordnung benutzen könne.
Am Ende des 19. Jahrhunderts war aus dem abgeschiedenen kleinen Bergdorf Zermatt ein aufstrebender Sommerkurort geworden. Im Jahr 1864 erwarb die Burgergemeinde Zermatt ihr erstes Hotel. Sie kaufte das zehn Jahre zuvor von drei Zermatter Pfarrherren erbaute Hotel Riffelberg, das 18 Gäste beherbergen konnte.

In den Jahren 1876 – 1879 baute die Burgergemeinde das Grand Hotel Zermatterhof – mit 94 Zimmern und 150 Betten das damals grösste Hotel im Dorf. Um der Gemeinschaft keine übermässige Schuldenlast aufzubürden, mussten sich die Zermatter Burger verpflichten, beim Hotelbau Fronarbeit zu leisten. Als Gegenleistung für ihre gemeinnützige Arbeit wurde das Recht der Nutzniessung verankert. Noch heute haben die Burger die Möglichkeit an der Rendite aus dem Burgerbesitz zu partizipieren. Wenn es der Jahresabschluss erlaubt, kann eine Dividende – der so genannte Burgernutzen – ausbezahlt werden.

Mit der weiteren Entwicklung des Tourismus und dem Aufkommen des Wintersports wurden die Burgerbetriebe immer zahlreicher. Mittlerweile besitzt und betreibt die Burgerschaft verschiedene Hotels, Gruppenunterkünfte, bediente Restaurants, Selbstbedienungsrestaurants, (Schnee)-Bars und Souvenirgeschäfte. Daneben vermietet sie zwei Personalhäuser und diverse Geschäftslokalitäten im Dorf und im Berggebiet von Zermatt.

Seit 1996 treten die Hotels & Gaststätten der Burgergemeinde Zermatt gegen aussen unter der Bezeichnung Matterhorn Group auf. Heute ist die Matterhorn Group einer der grössten Arbeitgeber in Zermatt und beschäftigt im Winter über 300 Mitarbeitende aus 30 Nationen.
Die Burgergemeinde leistete ebenfalls Pionierarbeit bei der Erschliessung der Zermatter Skigebiete mit Liften und Bahnen. Sie war Aktionärin der verschiedenen Transportbahnen und verfügte über die Aktienmehrheit der Matterhornbahnen AG. Seit der Fusion der Bergbahnen im Jahr 2001 ist die Burgergemeinde Zermatt grösste Aktionärin der neuen Zermatt Bergbahnen AG.

Die Burgergemeinde erwarb sich nicht nur grosse Verdienste im Hinblick auf die Förderung des Tourismus, sie hatte ebenfalls grossen Anteil am Aufbau der Infrastruktur des Dorfes. Sie war die treibende Kraft beim Bau des Elektrizitätswerkes im Jahr 1894 – dem ersten Kraftwerk im Wallis -, sowie bei der Installation der öffentlichen Wasserversorgung und Kanalisation im Jahr 1900.

Im Besitze der Burgerschaft ist nach wie vor der gesamte kultivierbare Boden, der nicht im Privatbesitz ist (Bäche, Wiesen, Alpen) sowie rund 1'000 Hektaren Wald.

Burgergemeinde Zermatt
Bahnhofstrasse 53
3920 Zermatt
Tel +41 27 966 67 60
Fax +41 27 966 67 69
burgergemeinde(at)zermatt.ch

Öffnungszeiten Burgerkanzlei

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